Talentscouting Empowerment Akademie
Empowerment. Ein Begriff, der uns häufig in den Medien begegnet. Doch was heißt er für Menschen mit einem Migrationshintergrund? Damit beschäftigten sich betroffene Talente des Talentscouting Köln und Umgebung. Das Talentscouting veranstaltete bereits im letzten Jahr kleinere Empowerment-Spaces. Diesmal fand erstmals eine Empowerment-Akademie unter dem Motto „zwischen zwei Welten- gemeinsam stark“ in einem der Seminarräume der Universität zu Köln statt.
Die Talente wurden mit der Bedeutung und dem historischen Hintergrund des Begriffes vertraut gemacht: angefangen bei der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner Mitte des 20. Jahrhunderts. Dann lernten sie Empowerment als politische Praxis kennen, die sich Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, die Behauptung Marginalisierter oder auch Sprachfähigkeit als Ziele setzt und dazu ermutigt, tätig zu werden, Resilienz zu entwickeln oder auch Mut zu fassen.
Ein wichtiger Teil der Selbstermächtigung ist es, einen Raum zu schaffen, in dem sich alle trauen, das authentische Selbst auszuleben. Also wurden die Talente aktiv dazu ermutigt, den Raum für sich zu nutzen und nur so viel zu teilen, dass es ihnen damit gut geht. Noch wichtiger war es, dass sich die Talente gegenseitig zuhörten und die geteilten Erfahrungen weder kommentierten noch bewerteten. Die Offenheit der Talente war nicht selbstverständlich. Dennoch spielte der Austausch eine zentrale Rolle. Auch fand die Reflexion persönlicher Erfahrungen mithilfe kreativer Methoden einen Raum. Zum Abschluss gestaltete die Gruppe eine gemeinsame Vision von einer zukünftigen Welt, in der alle gleich wichtig sind.
Eigene Erfahrung. Zum ersten Mal habe ich an einem Empowerment-Space dieser Form teilgenommen. Zum einen habe ich einiges über die historische und politische Bedeutung von Empowerment gelernt. Zum anderen tröstete es mich zu wissen, dass es schon viele Menschen gab und immer noch gibt, die sich rassistischen und ungerechten Strukturen widersetzen. Mir schenkte es auch ein Gefühl der Ermächtigung, dass es für viele meiner Erfahrungen spezifische Begriffe gibt.
An diesem Tag habe ich erfahren, wie Empowerment sich anfühlen sollte. Denn ich nutzte den Raum nach meinen eigenen Bedürfnissen und teilte nur so viele Erfahrungen, dass es mich nicht überlastete. Besonders war, dass ich nicht das Gefühl hatte, mich selbst, meine Geschichte oder meine Erfahrungen erklären oder rechtfertigen zu müssen. Das erlebe ich selten. Auch die Geschichten der anderen erschienen mir oft sehr nahe, und ich konnte sie ohne Erklärungen wahrnehmen und verstehen.
Vielen Dank an Aisha – selbst Talent und Teilnehmerin der Empowerment Akademie – für das Verfassen dieses Berichts und dafür, dass sie ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke mit uns teilt.
Ein herzliches Dankeschön gilt Christine-Joahn Meier für die Durchführung der Empowerment Akademie. Mit viel Herz, Engagement und Einfühlungsvermögen hat sie eine unglaublich wertschätzende Atmosphäre und einen sicheren Raum geschaffen, in dem sich alle Talente gehört, gesehen und ernstgenommen gefühlt haben.
Ebenso danken wir allen Teilnehmenden für ihre Offenheit, ihren Mut und die Bereitschaft, sich einzubringen und miteinander neue Perspektiven zu entdecken. Die Begegnungen, Impulse und der offene Austausch haben die Akademie zu einer besonderen Erfahrung gemacht.
